|
Schon die Fahrt mit den estnischen Freunden in Richtung Südestland stand unter einem günstigen Stern. Hinter Tartu fuhren wir durch eine immer schönere Landschaft.
Am Bauernhof von Ute Wohlrab angekommen, wurden wir mit freundlichem Gebell von mehreren Hunden begrüßt. Man hatte mir schon gesagt, dass wir auf eine sehr dynamische, zupackende junge deutsche Frau
treffen würden.
Begrüßt wurden wir von einer eher zierlichen Frau, die in fließendem Estnisch meine estnischen Freunde empfing, dann aber nahtlos mit mir in unserer Muttersprache weiterredete.
Doch in diesen Anfangsminuten spürte man sehr deutlich, was für eine Powerfrau diese Ute Wohlrab war. Einmal bei ihrem Thema Pferde angekommen, war sie erst recht in ihrem Element. Wir wurden durch die
verschiedenen Offenställe geführt, hatten das Erlebnis, das gerade geborenes Pferdebaby Haliide zu sehen, konnten miterleben, wie das Leben der Toripferde hier in idealer Weise sich gestalten konnte.
Ich gebe zu, dass zunächst ein Gefühl von ordentlichem Respekt vor dem ungestümen Galopp der Pferde bei mir vorhanden war. Doch in der Nähe von Ute fühlte sich der Stadtmensch Klaus Braun immer sicher.
Man spürte sehr deutlich - und die Pferde schienen das ebenfalls zu akzeptieren - hier gab es nur einen Chef, Ute!
Noch etwas wurde sehr deutlich, hier hatte man es mit einer überzeugten und überzeugenden hoch engagierten Fachfrau zu tun, die aber mit ganzem Herzen sich ihren Tieren widmete. Die Stunden flogen
dahin, das Bild einer friedlichen Koppel in einer herrlichen Landschaft haben bei mir tiefe Spuren hinterlassen.
Auch der abendliche Ausklang in ihrem Bauernhaus, das im Inneren so anders aussah als ein normales estnisches Bauernhaus, werde ich so schnell nicht vergessen.
Klaus Braun
|